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Warum steckt hinter dydfunktionalem Verhalten in Gruppen häufig Angst?

Hinter dysfunktionalem Verhalten in Gruppen steckt häufig Angst, weil Gruppen unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Status, Sicherheit und Kontrolle direkt berühren. Wenn diese Bedürfnisse bedroht wirken, reagieren Menschen oft nicht „vernünftig“, sondern schützend.

Typische Ängste sind:

  • Angst vor Ablehnung: „Wenn ich widerspreche, gehöre ich nicht mehr dazu.“
  • Angst vor Kontrollverlust: „Wenn andere entscheiden, bin ich ausgeliefert.“
  • Angst vor Beschämung: „Wenn ich einen Fehler mache, verliere ich Ansehen.“
  • Angst vor Konflikt: „Wenn wir das offen ansprechen, eskaliert es.“
  • Angst vor Bedeutungslosigkeit: „Wenn ich mich nicht durchsetze, werde ich übergangen.“
  • Angst vor Veränderung: „Wenn sich die Gruppe bewegt, verliere ich meine Rolle.“

Daraus entstehen dann Verhaltensweisen wie Schweigen, Angriff, Rückzug, Koalitionen, Schuldzuweisungen, Perfektionismus, Mikromanagement oder passiver Widerstand. Von außen wirkt das oft irrational oder „unreif“. Innerlich ist es häufig ein Schutzversuch: Menschen versuchen, eine gefühlte Bedrohung zu reduzieren.

In Gruppen verstärkt sich das, weil Angst ansteckend ist. Wenn niemand offen benennt, was unsicher macht, sucht die Gruppe Ersatzhandlungen: Man diskutiert Nebensachen, sucht Schuldige, klammert sich an Regeln oder vermeidet Entscheidungen.

Der hilfreiche Blick ist deshalb: Nicht nur fragen „Was machen die falsch?“, sondern auch „Wovor schützt dieses Verhalten gerade?“
Das entschuldigt dysfunktionales Verhalten nicht, macht es aber verstehbar und damit veränderbar.

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