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Wenn man ausgeschlossen wurde – wie sollte man den Beziehungsabbruch dann kommunizieren?

Nach einem Ausschluss befindet sich die ausgeschlossene Person in einer anderen Position als jemand, der eine Beziehung aus eigenem Antrieb beendet. Die entscheidende Tatsache ist bereits geschaffen worden: Die Gruppe oder einzelne Personen haben die Beziehung beendet oder zumindest grundlegend verändert.

Deshalb besteht die Frage oft nicht darin, ob die Beziehung endet, sondern wie mit der neuen Realität umgegangen wird.

Wenn eine Person nach einem Ausschluss entscheidet, keinen weiteren Kontakt mehr zu einzelnen Gruppenmitgliedern oder zur gesamten Gruppe zu pflegen, ist eine sachliche und klare Kommunikation meist ausreichend.

Zum Beispiel:

„Nach den Ereignissen und meinem Ausschluss sehe ich keine Grundlage mehr für eine weitere Beziehung. Ich wünsche euch alles Gute.“

Oder:

„Ich habe mich entschieden, meinen Weg künftig außerhalb dieser Gemeinschaft fortzusetzen und keinen weiteren Kontakt zu pflegen.“

Wichtig ist dabei, sich über das Ziel der Kommunikation klar zu werden.

Soll die Nachricht:

  • informieren,
  • überzeugen,
  • Verständnis erzeugen,
  • Schuld zuweisen,
  • eine Aufarbeitung erzwingen,
  • eine Entschuldigung erhalten?

Je mehr Ziele gleichzeitig verfolgt werden, desto schwieriger wird die Kommunikation.

Insbesondere nach konflikthaften Ausschlüssen besteht häufig die Hoffnung, dass eine abschließende Erklärung doch noch zu Einsicht führt. Das kann geschehen, ist aber oft nicht der Hauptzweck einer Abschiedsnachricht.

Wer ausgeschlossen wurde, hat seine Sichtweise meist bereits mehrfach vorgetragen. Wenn diese Sicht nicht gehört oder nicht ernst genommen wurde, führt eine weitere ausführliche Darstellung häufig nicht zu einem grundlegend anderen Ergebnis.

Deshalb kann eine Mitteilung manchmal vor allem dem Zweck dienen, die eigene Position eindeutig zu markieren:

„Ich akzeptiere die Entscheidung nicht als gerechtfertigt, aber ich akzeptiere die Realität, dass diese Gemeinschaft mich nicht mehr als Teil von sich betrachtet. Deshalb ziehe ich mich vollständig zurück.“

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass ausgeschlossene Personen oft mit widersprüchlichen Signalen konfrontiert werden. Manche Gruppenmitglieder suchen weiterhin Kontakt, sprechen über Alltägliches oder verhalten sich, als sei nichts Wesentliches geschehen.

Gerade dann kann eine klare Kommunikation wichtig werden:

„Der Ausschluss hat die Grundlage unserer bisherigen Beziehung verändert. Deshalb möchte ich den Kontakt nicht in der bisherigen Form fortsetzen.“

Eine solche Aussage vermeidet Diskussionen darüber, wer recht hat. Sie beschreibt lediglich die Konsequenz.

Aus einer funktionalen Perspektive ist der entscheidende Schritt häufig nicht die Erklärung des Rückzugs, sondern die innere Anerkennung dessen, was bereits geschehen ist. Der Ausschluss selbst ist eine Beziehungsbotschaft. Er teilt mit, dass die Zugehörigkeit beendet oder zumindest eingeschränkt wurde.

Wer daraufhin den Kontakt beendet, vollzieht oft nur nach außen nach, was die Gemeinschaft bereits eingeleitet hat.

Deshalb muss ein solcher Beziehungsabbruch nicht dramatisch, anklagend oder ausführlich sein. Er kann knapp und respektvoll ausfallen. Die zentrale Botschaft lautet dann nicht:

„Ihr müsst verstehen, warum ich gehe.“

Sondern:

„Ich habe verstanden, dass die Beziehung nicht mehr die ist, die sie einmal war, und ziehe daraus meine Konsequenzen.“

Das ist häufig leichter zu kommunizieren als zu akzeptieren. Gerade nach Ausschlüssen liegt die größte Schwierigkeit oft nicht im Formulieren der Abschiedsworte, sondern im Loslassen der Hoffnung, die Beziehung könne durch die richtige Erklärung doch noch zu ihrem früheren Zustand zurückkehren.

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