Ausgrenzung beginnt selten mit einer offenen Ablehnung. Häufiger verliert ein Mensch schrittweise seine Sichtbarkeit innerhalb einer Gruppe: Informationen erreichen ihn später, seine Meinung wird seltener eingeholt, seine Anwesenheit wird weniger selbstverständlich. Was von außen wie ein einzelnes Ereignis erscheint, ist oft nur der letzte Schritt eines Prozesses, der lange zuvor begonnen hat. Der eigentliche Ausschluss besteht nicht darin, dass jemand die Gruppe verlässt, sondern darin, dass die Gruppe ihre Aufmerksamkeit, Resonanz und Beteiligung allmählich zurückzieht.
Der langsame Entzug von Zugehörigkeit
Über die Autorin
Silke Hupka beschäftigt sich mit sozialen Dynamiken, Gruppenprozessen und den Mustern menschlichen Zusammenlebens. Auf Neugiernase macht sie Zusammenhänge sichtbar, die oft erst auffallen, wenn man Abstand gewinnt. Immer noch neugierig? Hier gibts mehr Infos.
